28.10.2020

Überfüllung vermeiden, Vertrauen schaffen, Tragen von Masken monitoren

Überfüllung ist im öffentlichen Raum momentan dringend zu vermeiden. Deshalb bieten viele Verkehrsbetriebe trotz erheblicher Fahrgasteinbrüche ein fast 100-prozentiges Transportangebot. „Unser oberstes Ziel ist, dass unsere Fahrgäste auch in Zeiten von Corona mit einem sicheren Gefühl in Bus und Bahn einsteigen“, sagt Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Die Prognose des Fahrgastaufkommens und damit die Vermeidung überfüllter Verkehrsmittel ist insbesondere für den Nahverkehr essentiell, schließlich kann er, anders als der Fernverkehr, nicht auf Reservierungsdaten zugreifen. HaCon hat gemeinsam mit Siemens Mobility eine Softwarelösung zur Auslastungsprognose entwickelt. Sie basiert auf Verbindungsanfragen und -buchungen aus der App des Verkehrsverbunds. Sämtliche Daten werden vollständig anonym genutzt und lassen keinerlei personenbezogene Rückschlüsse zu. Zusätzlich berücksichtigt der selbstlernende Algorithmus in seiner Prognose auch planbare externe Einflüsse wie Baustellen und Großveranstaltungen.

Smartphone zeigt IT-Lösung

Kamerabasierte Technologie und Buchungssysteme können helfen, Fahrgastströme sowie die Einhaltung der Maskenpflicht zu überwachen und für ein sicheres Reisegefühl zu sorgen. Die IT-TRANS Aussteller haben sie im Portfolio: Der Fare Evasion Detector von Awaait erfasst Personen ohne Ticket an den Fahrscheinbarrieren. Das System liefert die Daten in Echtzeit mithilfe von Videostreams von Kameras mit Blick auf die Schranken. Die neue Face Mask Monitoring Software des spanischen Ausstellers verwendet dieselben IP- / Netzwerkkameras, um zu überprüfen, ob die Passagiere eine Gesichtsmaske tragen oder nicht. Kontrolleure erhalten in beiden Fällen per App einen Alarm und können Passagiere ohne Fahrschein und Maskenverweigerer binnen Sekunden erreichen. Isarsoft bietet videobasierte Fahrgastzählung für den Einsatz in Fahrzeugen, an Bahnsteigen und an Zugängen und detektiert damit nicht nur langfristige Trends, sondern auch lokale Maxima.

Mentz liefert eine Auslastungsanzeige, die entweder anhand dynamischer Echtzeitdaten über den gängigen SIRI Standard in Apps oder Fahrplaninformationsplattformen eingespeist werden oder community-gestützt sind. Moovit schlägt ein weiteres Tool, das Social Distancing an Haltestellen und Bahnhöfen unterstützt, vor: Über Push-Benachrichtigungen und In-App-Popup-Fenster werden Fahrgäste über Echtzeit-Verzögerungen, Fahrtausfälle und -änderungen informiert und können so ihren Aufenthalt in belebten Umsteigezonen verkürzen.

Mit Hilfe des Systems zur Fahrgastlenkung MOBILEguide bietet INIT ein Stufenkonzept, mit dem Verkehrsunternehmen die Auslastung ihrer Fahrzeuge beeinflussen können. In seiner Endausbaustufe berücksichtigt MOBILEguide das typische Ein- und Ausstiegsverhalten an den einzelnen Haltestellen. Der zu erwartende Besetztgrad, also eine Auslastungsprognose, wird ermittelt – und zwar nach dem Ausstieg. Dazu kommen neben Echtzeitzähldaten auch historische Daten und ein selbstlernender Algorithmus (KI) zum Einsatz. Überschreitet der Besetztgrad eines Fahrzeugs einen Schwellenwert alarmiert das Intermodal Transport Control System MOBILE-ITCS die Leitstelle. Diese kann dispositive Maßnahmen wie Verstärkerfahrten einleiten oder ein Fahrzeug temporär in den Status „Kein Einstieg“ versetzen.

Hinweis: Die IT-TRANS Fachmesse 2020 findet nicht als Live-Event in Karlsruhe statt. UITP und Messe Karlsruhe verlagern die IT-TRANS auf eine interaktive Event-Community-Plattform, auf der auch Aussteller aktiv sein werden.