E-Ticketing

Elektronische Zahlungs- und Fahrgeldmanagementsysteme (EFM) können den Vertriebsbereich des öffentlichen Personenverkehrs (ÖPV) für die Kunden und die Verkehrsunternehmen ganz wesentlich verbessern.

E-Ticketing

Das Zahlungsgeschäft und die Komplexität der Tarife stellen – besonders für Neukunden – herausragende faktische und psychologische Zugangshemmnisse für die ÖPV-Nutzung dar, die dringend abgebaut bzw. vollständig beseitigt werden müssen.

Beim elektronischen Ticketing (E-Ticketing) ersetzt eine wahlweise personalisierte oder anonyme ÖPV-Mobilitätskarte die derzeitigen Fahrausweise, vereinfacht den Zugang zu Bussen und Bahnen, ermöglicht eine durchgängige Nutzung aller Verkehrsmittel des ÖPV und liefert gleichzeitig die notwendigen Daten über Abrechnung, Planung, kundenbezogenes Marketing und Zahlungsverkehr.

Dabei sind drei Ausbauvarianten möglich:

  • Beim elektronischen Bezahlen wird an einem Automaten per Chipkarte gezahlt, das Ticket bleibt dann noch in Papierform.
  • Beim elektronischen Ticket wird die Fahrtberechtigung direkt in elektronischer Form auf die Chipkarte oder das Near-Field-Communication (NFC)-Smartphone geladen. Dies hat den zudem Vorteil, dass nunmehr eine qualitative Kontrolle des Tickets erfolgen kann.
  • In der dritten Stufe wird durch die automatisierte Fahrpreisfindung mit An- und Abmelden (Check-in/Check-out – CICO) oder Anwesenheitserfassung im Fahrzeug (Be-in/Be-out – BIBO) der richtige Fahrpreis / Tarif automatisch im Hintergrund ermittelt. Der Kunde benötigt weder Kleingeld noch Tarifwissen und kann sich immer sicher sein, das "richtige" Ticket dabei zu haben.

E-Ticketing

Die Zahlung erfolgt entweder PrePaid oder per Rechnung/Lastschrift im PostPaid-Verfahren.

Der entscheidende Schritt zum Abbau der dargestellten Nachteile erfolgt erst mit Stufe drei. Der Interoperabilität, d.h. konsequenter Anwendung eines unternehmensübergreifenden Standards, und Einheitlichkeit der Kundenschnittstellen kommt eine hohe Bedeutung zu.

Verschiedene Standards wie Calypso, Frankreich, ITSO, Großbritannien, und die VDV-Kernapplikation, Deutschland, haben das Ziel, eine Form der Interoperabilität im Bereich der Europäischen Union zu erzeugen. Da bei kontaktbehafteten Kartensystemen eine Einführung in einen Schlitz am Terminal vor allem bei großen Kundenzahlen zu erheblichen Verzögerungen im Betriebsablauf führen kann, wurden kontaktlose

Chipkarten-Technologien mit Proximity- (< 10 cm), Vicinity- (< 100 cm) oder Wide-Range-Technik (<30 m Wirkentfernung) entwickelt. Bei Wide-Range braucht der Fahrgast (Be-in-/Be-out) die Chipkarte oder das Smartphone zum Ein- und Auschecken nicht mehr in die Hand nehmen; es genügt, wenn er sie bei sich trägt (handsfree). Allerdings wird hierbei eine einwandfreie technische Zuverlässigkeit und eine gegen Null tendierende Fehlbuchungsrate verlangt. NFC-Mobiltelefone können sich technisch wie eine übliche Kontaktlos-Chipkarte verhalten. Zu beachten ist in den verschiedenen Systemen im Zusammenhang mit dem EFM auch die Frage des Datenschutzes (z.B. Trennung von personenbezogenen Daten und Wegeprotokollen).

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