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Persönliche Sicherheit und Datenschutz

Sicherheit und Datenschutz sind aktuell relevante Themen, wenn es um Digitalisierung und digitale Anwendungen geht. Ein Mehr an Überwachung führt naturgemäß zu einer größeren Sicherheit, schränkt jedoch die freie, individuelle digitale Entfaltungsmöglichkeit ein. Entsprechend wichtig ist es, beide Interessen in eine Balance zu bringen.

Bei einfachen Sicherheitssystemen wie bei Rauch- und Feuermeldern oder Fahrgastalarmsystemen spielt der Datenschutz kaum eine Rolle. Sie nutzen entweder keine personenbezogenen Daten oder nur offensichtlich notwendige. Das System ist dazu da, im aktuell vorliegenden Notfall bestmögliche Hilfe zu organisieren.

Schnelleinstieg:

Datenschutz – der sichere Umgang mit Kundendaten

Sicherheitssysteme schützen Fahrgäste und Automaten

Jedes Unternehmen ist verpflichtet zum Datenschutz

Als personenbezogene Daten gelten Informationen, die einer bestimmten natürlichen Person zugeordnet sind. Dazu gehören zum Beispiel der Geburtstag, der Geburtsort oder auch die Religionszugehörigkeit. Dazu kommen weiter personenbeziehbare Daten, etwa ein elektronischer Schlüssel auf einer Smartcard, der erst durch Abgleich mit der Datenbank des Verkehrsbetreibers personenbezogene Daten liefert.

Mit diesen Daten muss ein Verkehrsbetreiber nicht erst seit Einführung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sorgfältig umgehen. Er ist verpflichtet sicherzustellen, dass es sachlich notwendig ist, diese Daten zu speichern und zu verarbeiten. Vor allem im Fahrgastmanagement- und Fahrgeldmanagement-Bereich fallen sehr sensible Daten an: Zur Zahlungsabwicklung werden Name, Anschrift und Kontoverbindungen gespeichert. Daneben ist die Privatsphäre unmittelbar betroffen, da es ein unbegrenztes Speichern der einzelnen Fahrten im System ermöglicht, Bewegungsprofile anzufertigen.

Erfahren Sie hier mehr zum Datenschutz.

Videosysteme nutzen Künstliche Intelligenz

Ebenso problematisch ist der Einsatz von Überwachungskameras im öffentlichen Raum. Zur Verbesserung der Sicherheit sind diese Kameras wohl inzwischen überwiegend akzeptiert. Bleibt jedoch die Frage, wie diese Daten verwendet und wie lange sie gespeichert werden. Mit künstlicher Intelligenz lassen sich schon heute einzelne Fahrgäste im Videosystem automatisiert verfolgen. Aber: Was im Idealfall bei einer Fahndung nach einem Kriminellen wie ein Wundermittel wirkt, kann jedoch auch ohne Weiteres zur Repression etwa einer politischen Opposition eingesetzt werden.

Entsprechend wichtig ist es, im Unternehmen einen für den Fahrgast nachvollziehbaren Umgang mit den anfallenden Daten sicherzustellen. Speicherzeit, Verwendungszweck und Erhebung der Daten müssen klar bestimmt sein. Der Fahrgast sollte erkennen können, dass Datenschutzbeauftragte auf einen rechtmäßigen Umgang mit seinen Daten achten und auch darauf, dass alle Vorgaben eingehalten werden.

Erfahren Sie hier mehr über die Sicherheitssysteme.

Datenschutz – der sichere Umgang mit Kundendaten

In unserer digital vernetzten Informationsgesellschaft ist Datenschutz von zentraler Bedeutung. Der Begriff umfasst

  • die technische Seite, also den Schutz bestehender Daten vor missbräuchlicher Verarbeitung,
  • das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und
  • den Schutz der Privatsphäre.

Der Kundendatenschutz ist gesetzlich geregelt

Die Einführung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt zusammen mit Artikel 8 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union die Grundlage des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung dar. Demnach hat jeder Bürger das Recht, selbst darüber zu bestimmen, welche seiner personenbezogenen Daten er preisgibt und wie sie verwendet werden dürfen. Für den ÖPV (Öffentlichen Personen Verkehr) sind dabei vor allem folgende Kundendaten betroffen:

  • Namen und Anschriften,
  • Kontoverbindungen,
  • elektronische Identifikation durch RFID-Chips in Fahrkarten,
  • mögliche Bewegungsprofile mittels E-Tickets und Smartcards,
  • Videoaufzeichnungen der Überwachungsanlagen.

Eine transparente Fahrgastdaten-Verwaltung erzeugt Vertrauen

Dass E-Tickets nur mit einer Kundendatenverwaltung funktionieren, die Nutzerinformationen wie Name, Anschrift und Kontoverbindung speichert, ist selbstverständlich. Wichtig ist deshalb, wie das Verkehrsunternehmen seine Kundendaten behandelt.

Jeder Verkehrsbetrieb muss die Kundendaten schützen und dies auch nachvollziehbar und glaubhaft belegen. Er ist rechtlich verpflichtet, einen Datenschutzbeauftragten zu nennen, der kontrolliert, ob die Richtlinien eingehalten werden. Je transparenter der Kunde nachvollziehen kann, wie die Fahrgastdaten-Verwaltung mit den erhobenen Daten umgeht, umso mehr wird er bereit sein, digitale Angebote zu nutzen.

Fahrgastdaten immer wieder löschen

Die sorgfältige Begründung und Interessenabwägung bei der Erhebung von Daten muss als Fahrgastinformation dem Fahrgast zugänglich sein. So gelten Überwachungskameras in öffentlichen Verkehrsmitteln, die einer verbesserten Sicherheit dienen, als zulässig und sind von Fahrgästen auch weitgehend akzeptiert. Würde das Verkehrsunternehmen nun jedoch diese Daten als Live-Stream ins Internet stellen, wird dies zu einem berechtigten Protest führen – aufgrund mangelnder Notwendigkeit.

Der Kundendatenschutz beinhaltet auch die Menge an anfallenden Daten. Löst der Kunde ein einzelnes E-Ticket mit seiner Smartcard für eine einfache Fahrt, stellen die dabei gewonnenen Daten noch keine Bedrohung seiner Privatsphäre dar. Kombiniert man jedoch alle Fahrten innerhalb eines bestimmten Zeitraums miteinander, lässt sich gegebenenfalls ein detailliertes Bewegungsprofil erstellen. In Kombination mit weiteren Daten, etwa von größeren Events, kann so ein Persönlichkeitsprofil entstehen, das mit dem Recht auf Privatsphäre unvereinbar ist. Folglich muss der Verkehrsbetreiber nicht nur die Verwendung der Fahrgastdaten, sondern auch deren turnusmäßige Löschung regeln.

Sicherheitssysteme schützen Fahrgäste und Automaten

Sicherheitssysteme dienen dazu, bei akut auftretenden Problemen die zuständigen Stellen schnell zu informieren. So kann in medizinischen Notfällen der Rettungsdienst unmittelbar verständigt werden. Im operativen Betrieb stellen Sicherheitssysteme die Zutrittskontrolle sicher: Sie erlauben – im Idealfall – nur Fahrten mit gültigem Fahrschein. Moderne Sicherheitssysteme sind meist elektronisch integriert. Sie umfassen beispielsweise

  • Passagier-Alarmsysteme,
  • Branderkennung,
  • Zugangskontrollen und Schrankensteuerung,
  • Videoüberwachung.

Fahrgast-Alarmsysteme bieten Sicherheit im Verkehrsmittel

Da im öffentlichen Nah- und Fernverkehr eine große Zahl von Menschen auf einmal unterwegs ist, muss jeder Verkehrsbetrieb über ein effizientes Notfallalarmsystem und Alarmmanagement verfügen. Er sollte so organisiert sein, dass die Leitstelle bereits am Signal des Alarmsystems erkennt, welche Art von Problem vorliegt.

Vor allem bei individuellen Gefahren ist es wichtig, dass die mitfahrenden Personen selbst die Alarmgeber sein können. Ereignet sich etwa ein medizinischer Notfall, teilt der Betroffene oder ein Mitreisender dies dem Bordpersonal über ein Fahrgast-Alarmsystem mit. Dieses System muss so angebracht sein, dass auch Rollstuhlfahrer und Kinder es bedienen können. Das alarmierte Personal leitet daraufhin die weiteren Schritte ein – leistet etwa Erste Hilfe, ermöglicht einen außerplanmäßigen Stopp und alarmiert den Rettungsdienst.

Videoüberwachungs-Systeme unterstützen bei Notfällen

Im Rahmen des Brandschutzes gibt es Routinen, die durch die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe festgelegt sind: Sie betreffen die Evakuierung der Fahrgäste und die Maßnahmen zur Brandbekämpfung. Zu diesen Routinen gehören auch das Auslösen des Feueralarms und die Verständigung der Feuerwehr. Moderne Systeme sind bereits entsprechend automatisiert – mitsamt Anbindung von Videoüberwachungs-Systemen.

Die Überwachungskameras – in der Regel als CCTV (engl.: Closed Circuit Television) – tragen zur Sicherheit bei. Wenn sie mit einer entsprechenden Videoanlagensoftware ausgestattet sind, liefern sie Bilder vom Brand direkt an die Feuerwehr. Mit Hilfe dieser Bilder können die Brandexperten den Brand analysieren und entsprechende Löschmaßnahmen planen.

Überwachungskameras verhindern Vandalismus

Überwachungskameras dienen auch der Fahrgastüberwachung. Sie tragen nicht nur bei Großereignissen zur Sicherheit zum Beispiel auf Bahnhöfen bei, sie schützen auch vor dem zunehmenden Vandalismus. Intelligente Aufzeichnungen werden durch eine Künstliche Intelligenz gesteuert. Diese kann gewisse Muster – wie das Verhalten von Taschendieben – erkennen und bei Bedarf auch anhand der Bilddaten die verdächtige Person.

Auch eine sogenannte Aufhebel-Überwachung lässt sich mit dieser Videoüberwachung realisieren: Das Aufzeichnungssystem erfasst visuell einen Fahrkartenautomaten und dessen übliche Verwendung durch Fahrgäste. Mittels Trainingsdaten von bekannten Aufhebel-Fällen lernt das System dieses Muster zu erkennen und schlägt Alarm. Kombiniert man dieses System mit einer Funk-Alarmanlage am Automaten, lassen sich die Täter bereits während der Tat leicht identifizieren.

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