Verkehrsmanagement

Unter verkehrsträgerübergreifendem oder kooperativem Verkehrsmanagement wird die Beeinflussung des Verkehrsaufkommens, der Verkehrsverteilung, der Verkehrsmittelwahl und des Verkehrsablaufs mit den Instrumenten des Information, Empfehlung und Lenkung verstanden.

Das Instrumentarium umfasst:

  • Ordnungspolitik (wie Festlegung von Verkehrsregeln, Verkehrszeichen, Straßenklassifizierung, verkehrsberuhigten Zonen, Fußgängerbereichen),
  • marktwirtschaftlichen Maßnahmen (wie Parkraumbewirtschaftung oder Road-Pricing),
  • Verkehrstechnik (wie Lichtsignal-Beeinflussung, Wechselwegweisung, Parkleitsystemen und Verkehrsleittechnik) und
  • informationstechnischen Maßnahmen (optisch und akustisch, stationär oder mobil, kollektiv oder individuell).

Für ein erfolgreiches GeneralverkehrsmanagementVerkehr vermeiden, nicht vermeidbaren Verkehr verlagern und nicht verlagerbaren Verkehr verträglich abwickeln – müssen die Maßnahmen aus allen vier Bereichen optimal ineinander greifen.
Um Übergangshemmnisse zwischen den Verkehrssystemen zu verringern und damit die Voraussetzungen für verkehrsträgerübergreifende (intermodale) Transportketten zu verbessern, müssen die Verknüpfungspunkte zwischen den verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln (Nah und Fern, Bus und Bahn) bzw. intermodal durch Bike+Ride- sowie Park+Ride-Anlagen sowie die informationstechnische Vernetzung z.B. durch Anschlusssicherung zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln (z.B. zu Hause, unterwegs, am Arbeitsplatz, im Fahrzeug) optimal gestaltet werden.

Für ein verkehrsträgerübergreifendes Verkehrsmanagement sind drei permanente, sich wiederholende Arbeitsschritte erforderlich:

  • Zustandserfassung des aktuellen Verkehrsgeschehens,
  • Verarbeitung der eingegangenen Informationen
  • sowie Informationsverbreitung und Störungsstrategien, d.h. Empfehlungen und (lenkende) Eingriffe in das aktuelle Verkehrsgeschehen.

Die aktuelle Zustandserfassung erfolgt über lokale, stationäre Messstellen, Web-Kameras an neuralgischen Punkten, Ortung mit GPS Global Positioning System oder einem Mobilfunkbasierten System (GSM) oder Floating-Car-Data (FCD) mit den Navigationssystemen in den Straßenfahrzeugen.

In den Verkehrsleit- bzw. -rechnerzentralen werden die eingehenden aktuellen Daten – meist automatisch – ausgewertet und auf Basis vorgegebener Programme und Schaltanweisungen z.B. die Steuerbefehle für Verkehrszeichen oder Lichtsignalanlagen erstellt.

Zur Informationsverbreitung sollte das kooperative Verkehrsmanagementsystem grundsätzlich alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen: Elektronische Fahrplanauskunft, Infoterminals, Telefonauskunft (Call Center), Rundfunk, Fernsehen, Internet, Handy (SMS + UMTS), Smartphones, Großanzeigetafeln (an Zufahrtsstraßen) sowie die Navigationssysteme in Straßenfahrzeugen.

Rückblick IT-TRANS 2016

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