13.12.2023

Karlsruhe – the place to be

Sie sind eigentlich nur in Karlsruhe, um die IT-TRANS zu besuchen? Freut uns natürlich! Aber trotzdem sollten Sie diese Stadt dringend besser kennenlernen!

Wenn Touristen an Karlsruhe denken, denken sie an das ZKM, an das Schloss mit dem Badischen Landesmuseum, die wunderschönen historischen Gebäude der Fächerstadt, das viele Grün.

Wenn wir an Karlsruhe denken, denken wir an Informatik, Technologie, an die erste E-Mail der Welt. Kurz gesagt an die „TechologieRegion Karlsruhe“!

KIT
Foto: Karlsruher Institut für Technologie

Karlsruhe hat eine lange Tradition in Sachen akademischer Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Mehr als zehn Hochschulen – von Technologie über Ökonomie bis zu Kunst und Musik prägen die Stadt im Süden Deutschlands. Aber wussten Sie eigentlich, dass Karlsruhe die erste und größte Informatik-Fakultät Deutschlands beherbergt? Daraus ging inzwischen eine der weltweit renommiertesten Forschungsuniversitäten hervor: das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), eine von dreizehn „Exzellenzuniversitäten“ in Deutschland.

Das KIT bietet nicht nur Studiengänge rund um Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik, sondern auch diverse spannende Mobilitätsprojekte, darunter beispielsweise das Projekt TEMPUS zum Stadtbus-Platooning.

Auch das Forschungszentrum Informatik FZI ist in Karlsruhe zuhause, renommiert unter anderem für seine Arbeiten rund um autonome Shuttles, ebenso wie das Fraunhofer Institut für Sicherheit in der Informationstechnologie.

Übrigens sind die genannten Institutionen sowie viele weitere Partner im Rahmen des sogenannten „Karlsruhe Mobility Lab“ regelmäßig unterwegs, um gemeinsam Innovationen made in Karlsruhe vorzustellen, unter anderem beim UITP Global Public Transport Summit in Barcelona ebenso wie – natürlich! – bei der IT-TRANS 2024.

Als Beispiel für Technology meets Mobility stellen wir Ihnen heute ein Projekt des Fraunhofer ISI vor: Das MobileCityGame wurde im November 2023 mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet und beinhaltet eine App, mit der sich Stadtplaner ebenso wie kommunale Entscheidungsträger, Verkehrsbetriebe oder interessierte Bürger vorab informieren können, welche Auswirkungen Entscheidungen im späteren Betrieb haben. Wieviel CO2 kann ich einsparen, wenn ich einen Radschnellweg baue? Wieviel effizienter läuft mein ÖPV, wenn ich eine Buslinie verlege oder eine neue schaffe? Im Interview erläutert Projektleiter Dr. Claus Doll, was die MobileCity-App kann und für wenn sie gedacht ist.

Foto: Fraunhofer ISI

Herr Doll, was ist die MobileCity App?

Mit der MobileCity-App wollen wir die Nutzung von Verkehrs- und Nachhaltigkeitsmodellen demokratisieren und für Alle erfahrbar machen. Um dies zu erreichen, haben wir verschiedene komplexe Simulationsmodelle unseres auf ihre wesentlichen Bestandteile reduziert, so dass diese auf Tablets und Smartphones laufen. Daneben haben wir den Modellkern mit zahlrechen Recherchen, Expertengesprächen und dem breiten Wissen des Teams aus Mobilität, Technologie, Soziologie und Psychologie, Ökonomie und Umwelt gestaltet.

Im Ergebnis haben wir ein interdisziplinäres und dynamisches Werkzeug geschaffen, welches die Wirkung von Strategien der Mobilitätswende auf Verkehr, Klima, Lebensqualität und Finanzen bis 2050 darstellt.

Wofür kann die MobileCity App eingesetzt werden?

Anwendungsfelder sehen wir in der Vorbereitung kommunaler Mobilitätspläne, Kommunikation, Bürgerbeteiligung und die Ausbildung zukünftiger Expertinnen und Experten. In jedem Fall soll MobileCity zur Diskussion unter Fachleuten sowie mit und unter Bürgerinnen und Bürgern anregen. Entscheidend für die Nutzung und Verbreitung von MobileCity war und ist die Gestaltung einer ansprechenden und intuitiven Oberfläche.

Das heißt, jeder kann die App nutzen?

In einem dreijährigen Forschungsprojekt mit Unterstützung des BMBF haben wir jetzt einen frei verfügbaren und kostenlosen Demonstrator für den Personenverkehr in Karlsruhe in den App-Stores von Apple und Google veröffentlicht. Wir, das sind 30 Kolleginnen und Kollegen aus zwei Fraunhofer-Instituten, vier Instituten des KIT und der Takomat GmbH. Wir würden uns sehr freuen, wenn der Deutsche Mobilitätspreis 2023 dazu beitragen kann, MobileCity weiterzuentwickeln, auf andere Städte zu übertragen und unter realen Bedingungen anzuwenden.

Vielen Dank für diese Einblicke – und herzlichen Glückwunsch!

Übrigens: In unserem nächsten Blogpost sprechen wir über die Entwicklung des ÖPV in Karlsruhe anhand eines beispielhaften Großbauprojekts, der Kombilösung.