Über das KAMO Leistungszentrum & das Country to City Bridge-Projekt
Das KAMO Leistungszentrum in Karlsruhe bündelt die Expertise führender Institutionen aus Forschung, Lehre und Transfer, um innovative Mobilitäts- und Logistiklösungen voranzutreiben. Das KAMO-Leuchtturmprojekt Country to City Bridge, kurz C2CBridge, erforscht Alternativen zum privaten Pkw insbesondere für die Anbindung zwischen Stadt und Land.
Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen Mobilitätsdienstes mit autonomen, vernetzten Ruf-Sammeltaxis, die flexibel und bedarfsgerecht eingesetzt werden können. Durch die Verknüpfung mit Mobilitätshubs und bestehenden Verkehrsangeboten sollen so neue, integrierte Lösungen für eine zukunftsfähige Mobilität geschaffen werden.
Inhalt
Updates zum Innenraumdesign: Der Mobility Hub
> Konzept des Mobility Hubs Tragwerk
> Materialität
> Ausstattung und Zubehör
> Entwässerung
> Beleuchtungskonzept
> Fahrgastinformationssystem
> Sensorik
> Mock-Up am Campus Ost
Mikrosimulation von Verkehrsbewegungen an C2CBridge-Hubs
> Untersuchung von drei Hubtypen
Updates zum Innenraumdesign: 3D-Modell und Visualisierung
Aktuelle Einblicke in das Innenraumdesign unseres digitalen Fahrzeugdemonstrators: Die neuesten Bilder des 3D‑Modells zeigen die kontinuierliche Weiterentwicklung hin zu einem immersiven Erlebnis. Der Demonstrator wird später im Erlebnisraum per VR erlebbar sein und zusätzlich für Validierungszwecke in VR/XR eingesetzt.
Mikrosimulation von Verkehrsbewegungen an C2CBridge-Hubs
Untersuchung von drei Hubtypen
Mikroskopische Verkehrsflusssimulationen ermöglichen eine realitätsnahe Darstellung und Analyse der Verkehrsqualität an Mobilitätshubs. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl die Simulation der zu Fuß Gehenden als auch der C2CBridge-Fahrzeuge. Die Modelle liefern wichtige Kennzahlen wie Reise- und Umsteigezeiten, identifizieren mögliche Engstellen für zu Fuß Gehende und zeigen Kapazitäten im Fahrzeugbetrieb auf.
Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage, um Planung und Betrieb der Mobilitätshubs gezielt zu optimieren.
Realbeispiel
Für die Untersuchung wird unter anderem ein realer Hub-Typ herangezogen, der sich am Bahnhof Wörth orientiert. Er umfasst eine reale Dimensionierung, ein reales Verkehrsangebot sowie eine Verkehrsnachfrage, die auf einem Nachfragemodell basiert. Die einzelnen Hub-Bausteine – darunter Bahnsteige, Bus- und C2CBridge-Shuttle-Haltepunkte sowie die Anbindung für Pkw- und Radverkehr – sind als eigenständige Module nebeneinander angeordnet.
Fiktivbeispiel 2
Das fiktive Beispiel eines groß dimensionierten, stark frequentierten Mobilitätshubs ist auf mehreren Ebenen angelegt. Während die Bahnsteige wie gewohnt oberirdisch angeordnet sind, befindet sich ein ringförmig angelegter unterirdischer Bereich für die C2CBridge-Shuttles. Zwischen beiden Ebenen liegt ein großzügig gestalteter Umsteigebereich, der je nach Bedarf über Rampen und Treppen erreicht werden kann. Insgesamt bietet der Hub viel Raum für zusätzliche Nutzungen.
Fiktivbeispiel 1
Dieses kompakte Beispiel für einen Hub mittlerer Größe wurde mit dem Ziel entwickelt, kurze, barrierefreie Wege und einen direkten Umstieg von der Bahn auf die C2CBridge-Fahrzeuge zu ermöglichen. Die C2CBridge-Haltepunkte und ein zugehöriger Wendebereich sind zwischen den Gleisen angeordnet. Die Fahrzeuge erreichen diesen Bereich über eine Unterführung und übernehmen dabei die Überwindung des Höhenunterschieds anstelle der zu Fuß Gehenden.
Das Simulationsmodell bildet den gesamten Ablauf von der Buchung über das Pooling der Fahrtanfragen bis hin zur Hubanfahrt der C2CBridge-Shuttles ab. Auch die Wahl der Haltepunkte und verschiedene Abfahrtskriterien werden berücksichtigt. Besonderes Augenmerk liegt auf der Barrierefreiheit: Rampen, Aufzüge, unterschiedliche Gehgeschwindigkeiten sowie die Bedürfnisse von Rollstuhlnutzenden fließen ebenfalls in die Simulation ein.
Für die Bewertung der Hubtypen werden unterschiedliche Zielgrößen untersucht. Dazu zählen unter anderem die Dichteverteilungen der zu Fuß Gehenden, die Reise- und Wartezeiten der Fahrgäste sowie die Kapazitäten zur Fahrzeugabfertigung. Dabei wurden sowohl unterschiedliche C2CBridge-Shuttle-Angebote als auch variierende Nachfragen betrachtet. Auf dieser Basis lassen sich fundierte Empfehlungen für die Dimensionierung von C2CBridge-Hubs ableiten.
Der Mobility Hub
Konzept des Mobility Hubs
Der Hub wird hauptsächlich im dörflichen Bereich oder im suburbanen Raum aufgestellt werden und nicht in innerstädtischen Gebieten. Er soll daher nicht als urbanes Stadtmobiliar wirken, sondern als kleines, offenes Haus wahrgenommen werden. Der obere Teil wird zum »Hut«, oder zur »Haube«. Diese gestaltprägende Überdachung wird neben dem Schutz vor Witterung wie Sonne und Regen auch die nötige Fernwirkung, Sichtbarkeit und Orientierung des kleinen Gebäudes sorgen.
Der untere Teil, in dem sich Wartende aufhalten, nimmt alle Ausstattungs- und Informationselemente auf und ist so offen wie möglich gestaltet. Die modulare Konzeption ermöglicht den Einsatz an verschiedensten Standorten und ist darauf ausgelegt, möglichst autark zu funktionieren. So bleibt das Hub-System dauerhaft flexibel und kann schnell und unkompliziert an wechselnde Bedingungen angepasst werden.
Tragwerk
Die Konstruktion basiert auf einem Raster von 2,50 m × 2,50 m, das ein Vielfaches des im Holzbau üblichen 62,5-cm-Moduls bildet. Aus diesem Grundraster leiten sich auch die Durchgangshöhen, die Höhe der Haube sowie die Auskragung des Vordaches ab. Die Basiselemente – Stützen, Vordach und Dach – können je nach Standort flexibel kombiniert werden. So entstehen vielfältige Konfigurations- und Ausstattungsvarianten, die es ermöglichen, an jedem Einsatzort genau das passende Angebot bereitzustellen.
Materialität
Um eine möglichst lange Nutzungsdauer gewährleisten zu können, werden für den von Reisenden frequentierten Bereich widerstandsfähige Stützen aus Stahl eingesetzt. Eine sichtbare Holzkonstruktion, die mit ihrem natürlichen Material Wärme und Handwerklichkeit mit sich bringt, prägt das Innere der Haube. Um diese Holzkonstruktion zu schützen, wird für die äußere Dachverkleidung ein Metallblech eingesetzt, das durch Profilierung und farbliche Gestaltung dem örtlichen Kontext angepasst werden kann.
Ausstattung und Zubehör
Die Stützen des Hubs werden als Kreuzstützen ausgeführt, die zur Aussteifung in Einzelfundamente eingespannt werden. Ausstattungselemente wie Infowände, Vitrinen, Beschilderungen, Monitore, Glasscheiben oder Sitzbänke werden an den Stützen befestigt und können jederzeit getauscht werden, sodass sich die Ausstattung eines Mobility Hubs flexibel an die örtlichen Gegebenheiten und Anforderungen anpassen lässt. Auf dem Dach des Hubs wird sowohl eine extensive Begrünung als auch eine Photovoltaikanlage vorgesehen.
Entwässerung
Anfallende Niederschläge werden von der Hauptdachfläche aus über Speier auf das Vordach geleitet, von wo aus sie über eine Verdrängungsrinne versteckt in ein Fallrohr geleitet werden, das möglichst unauffällig in der Nähe der Stahlstützen vorgesehen ist. Wie bei Haltestellen weithin üblich, wird knapp über dem Boden entwässert und das Wasser versickert in den Boden.
Beleuchtungskonzept
Der Hub erhält eine LED-Beleuchtung, die sich dynamisch dem Umgebungslicht und der Anwesenheit von Personen anpasst und Lichtverschmutzung auf ein Minimum reduziert. Die sicherheitsrelevante Grundbe?leuchtung der Aufenthalts- und Umstiegsflächen wird jedoch jederzeit gewährleistet. Der Hut erhält eine atmo?sphärische Innenraumbeleuchtung, die die Aufenthaltsqualität unterstützt.
Fahrgastinformationssystem
Signaletik, Abfahrtsmonitore und Informationsflächen werden am Dachrand, der Außenseite des Hutes und auf eigenen Infotafeln vorgesehen und integriert
Sensorik
Die Erkennung der Anwesenheit und Bewegung von Personen wird über weitestgehend in die Konstruktion integrierte Videokameras und thermische Sensoren umgesetzt.
Mock-Up am KIT Campus Ost
Favorisierter Standort für den Mock-Up-Hub zu Testzwecken ist der Campus Ost des Karlsruher Instituts für Tehcnologie. Die Nähe zu den Räumen von FAST, das Testgelände des alten Exerzierplatzes und der vergleichs?weise geringere Flächendruck machen diesen Standort besonders attraktiv. Der Prototyp, der hier umgesetzt werden soll, wird aus fünf aneinandergereihten Rasterfeldern bestehen und insgesamt 15,5 m lang und 5,5 m breit sein.
Für die Datenverarbeitung der von den Sensoren aufgezeichneten Daten wird beim Mock-Up ein Server und hierfür ein Technikraum benötigt. Nach aktuellem Stand der Dinge wird dieser Raum in einem Bestandsgebäu?de untergebracht oder muss ein eigenes Gebäude oder Gehäuse erhalten.
